Arbeitsgemeinschaft der immobilienwirtschaftlichen Verbände in Hessen

RA Engel (3. von rechts) mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft, 2009

Nach einer Ruhepause ist seit 2008 die Arbeitsgemeinschaft der immobilienwirtschaftlichen Verbände in Hessen (AWI) wieder aktiv, der auch RA Johannes Engel als Vertreter des IVD angehört.

Folgende Verbände gehören der Arbeitsgemeinschaft an:

Immobilienverband Deutschland, IVD Mitte
Haus & Grund Landesverband Hessen
Landesverband freier Wohnungs- und Immobilienunternehmen
Verband der südwestdeutschen Wohnungswirtschaft
Verband der Immobilienverwalter Hessen

 

Ziele und Forderungen der Arbeitsgemeinschaft

Die Arbeitsgemeinschaft der hessischen Wohnungs- und Immobilienverbände (AWI) fordert Mehr-Investitionen beim Wohnen
Initiative für eine konjunkturelle Stabilisierung und Stärkung der regionalen Wirtschaft und zur Förderung der gesellschaftlichen Zukunft

Die in der Arbeitsgemeinschaft der hessischen Wohnungs- und Immobilienverbände (AWI) zusammengeschlossenen Verbände betrachten die aktuellen konjunkturellen und strukturellen Verwerfungen mit großer Sorge. Wir sehen aber auch große Chancen, durch einen gelungenen Maßnahmenmix positive Perspektiven zu eröffnen. Der Bereich des Wohnens hat dabei eine Schlüsselrolle, da er wie kein anderer Bereich gleichzeitig Impulse für die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen geben kann. Gerade Hessen kann aufgrund seiner regionalen Stärken hierbei eine Vorreiterrolle einnehmen. Deshalb regen die Wohnungs- und Immobilienverbände eine Initiative für eine konjunkturelle Stabilisierung und Stärkung der regionalen Wirtschaft und zur Förderung der gesellschaftlichen Zukunft an. Da die Herausforderungen nur mit der Bündelung aller Kräfte bewältigt werden können, regen wir eine Bündelung der Kräfte insbesondere unter Beteiligung der Landesregierung an.

Besonders dramatische Entwicklungen
Die Finanzmarktkrise hat in Deutschland eine tiefe konjunkturelle Rezession und starke wirtschaftsstrukturelle Verwerfungen ausgelöst. Gleichzeitig finden in Deutschland schon länger tiefgreifende soziale Einschnitte statt. Wichtige Stichworte sind der Rückgang des Anteils des Mittelstands an der Bevölkerung sowie die schon länger sichtbar werdenden Belastungsgrenzen der sozialen Sicherungssysteme. Insbesondere in der Finanzierung des Gesundheitswesens sind durch die Folgen der Finanzkrise weitere Finanzierungsbelastungen abzusehen. Inzwischen ist die aktuelle tiefgreifende wirtschaftliche Krise auch auf den Arbeitsmärkten angekommen. Dies wird die sozialen Probleme weiter verschärfen. Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit ist Deutschland zudem künftig verstärkt auf die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund angewiesen. Jüngere Studien zeigen, dass hierbei noch erhebliche Herausforderungen bestehen. Das Wohnen ist für diese Entwicklungen ein Resonanzboden. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen machen sich hier unmittelbar bemerkbar. So belastet die Finanzkrise die Finanzierung von Wohnungsbauinvestitionen, die – gemessen an den Baugenehmigungen - ohnehin sich bereits auf dem niedrigsten Niveau seit Kriegsende bewegen. Die sozialen Verwerfungen erhöhen die Herausforderungen bei der Bereitstellung von preisgünstigem Wohnraum. Gleichzeitig nimmt aufgrund der demographischen Entwicklungen der Bedarf an altersgerechten Wohnungen zu.

Hohe Potenziale des Wohnensbei der Bewältigung der Herausforderungen
Dabei bietet der Bereich des Wohnens aber auch außerordentliche Potenziale zur Bewältigung der Herausforderungen: So ist der Bereich der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft ein außerordentlich bedeutsamer Wirtschaftsfaktor. Rund 12 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung werden von der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft erbracht, 51 Prozent des gesamtwirtschaftlichen Kapitalstocks sind in Wohnungen angelegt. Auch stärken wohnungswirtschaftliche Investitionen über die vergebenen Aufträge darüber hinaus die regionale Wirtschaft. Mit jeder Wohnung, die altersgerecht ausgestattet wird, werden zusätzlich die Möglichkeiten für eine Verlängerung des selbstbestimmten Wohnens erhöht. Dies bietet unter anderem Chancen zur Reduktion der Kosten für das Gesundheitswesen. Beim Wohnen können zudem erhebliche Energieeinspareffekte erzielt werden. Dies erhöht nebenbei die Unabhängigkeit von Energieimporten und reduziert die Kostenbelastung der Haushalte. Die Probleme der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund treten besonders beim Wohnen in den Nachbarschaften auf, können aber auch dort am besten vermindert werden. Diese Stichworte zeigen, dass beim Wohnen in einzigartiger Weise die Herausforderungen miteinander verknüpft sind aber auch welche Lösungspotenziale hier bestehen.

Besondere Chancen für das Land Hessen
Gerade das Land Hessen hat gute Voraussetzungen, diese Potenziale zu nutzen. In den letzten Jahren sind viele Leuchtturmprojekte im Bereich des Wohnens realisiert worden. Dies gilt für so unterschiedliche Bereiche wie energetisch ehrgeizige Investitionen und das Sozialmanagement in Wohnquartieren. Dies weist auf eine bereits hohe Dynamik hin. Außerdem weist das Land Hessen im Verhältnis zu anderen Bundesländern einen gesunden Mix zwischen vermietetem Wohnraum und Wohneigentum auf. Wohnungswirtschaftlich hat Hessen damit eine gesunde Mittellage in Deutschland. Als Stärke für die Bewältigung der Herausforderungen ist auch die hohe Konzentration von Menschen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund anzusehen.

Initiative mit vier zentralen Säulen
Ein zentrales Ziel unserer Initiative ist die Steigerung der Dynamik wohnungswirtschaftlicher Investitionen. Hierzu sind marktkonforme Anreize der beste Weg. Wichtige Weichen müssen hierbei auf Landesebene gestellt werden, zumal die letzte Föderalismusreform die wohnungspolitischen Kompetenzen der Bundesländer gestärkt hat. Allerdings bedarf es zur Effizienzsteigerung eines besseren Zusammenwirkens von steuerrechtlichen sowie mietrechtlichen Rahmenbedingungen und der Konditionen der Förderprogramme. Eine weitere wichtige Säule unserer Initiative zielt auf den Ausbau der Chancen für eine Verlängerung des selbstbestimmten Wohnens. Dabei geht es auch um einen Mix von investiven Maßnahmen mit Serviceangeboten. Aufgrund der sozialen Entwicklungen müssen zudem die Anstrengungen für die Gewährleistung eines breiten Angebots für preisgünstiges Wohnen intensiviert werden. Besonders dramatisch ist in diesem Zusammenhang das Wegbrechen der gebundenen Wohnungen des sozialen Wohnungsbaus. Schließlich sollten auch die Menschen beim Wohnen verstärkt Anreize für aktive Nachbarschaften, etwa über die Stärkung der Nachbarschaftshilfe, erhalten. Schließlich sind die Menschen in der Region das wichtigste Potenzial zur Nutzung der Chancen bei der Bewältigung der gravierenden Herausforderungen. Diese Handlungsbereiche erfordern nicht zuletzt einen verstärkten öffentlichen Mitteleinsatz, der aber gleichzeitig größere und weittragendere Effekte als Investitionen in anderen Bereichen auslösen kann. Zudem können auch Kosten insbesondere im sozialpolitischen Bereich reduziert werden.

Die AWI finden Sie im Internet unter www.awi-hessen.de .